Vom 15. bis zum 18. Jhd.
Die Einbindung in das Militär
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Hatten die Büchsenmacher sich bisher den kriegsführenden Parteien durch Privatvertrag verpflichtet, so nahmen sich ab Mitte bis Ende des 15. Jhd. zunehmend die Landesherren selbst der Artillerie an. Besonders die beiden deutschen Kaiser Maximilian I. (1493 - 1519) sowie sein Nachfolger Karl V. (1519 - 1556) waren große Förderer der Artillerie. Die Artillerie bekam Oberoffiziere und Stückleutnante, zu deren Ausbildung Büchsenmeisterschulen gegründet wurden.

faule grete Zur Erhöhung der Beweglichkeit der Geschütze wurden die bisher üblichen Blocklafetten (s. "Faule Grete") durch Räderlafetten ersetzt. Diese bestanden aus einer Achse mit zwei Rädern und einem einfachen Lafettenschwanz. Damit nahm die Bedeutung der Artillerie auf dem Gefechtsfeld immer mehr zu, auch wenn die Geschütze noch nicht im geschlossenen Verband auftraten.

Im 16. und 17. Jhd. folgte die Festlegung von Kalibergrößen, also die Einteilung der Artillerie in bestimmte Geschütztypen. Maximilian I. legte um 1500 die erste Kaliber-Einigung fest, aus der hervorging, daß es nur vier Hauptgruppen von Geschützen mit den unten aufgeführten angenäherten Kalibern geben durfte: Ihm folgten eine Reihe weiterer Einteilungen, die alle das Ziel hatten, den Geschützpark zu Vereinheitlichen und die Geschütze selbst zu optimieren.
Dies gelang auch in eindrucksvoller Weise. Einige Geschützreichweiten mögen das belegen:

Kartaunen - 18 cm: ca. 6000 m
Schlangen - 12 cm: ca. 5300 m
Falkonette - 07 cm: ca. 2500 m
Alle Angaben für Rohrerhöhung von 45°

Erst mit Beginn des 18. Jhd. wird die Artillerie organisch in alle Heere eingegliedert. Der schwedische Marschall Struensee berechnete in seinem Buch "Die Anfangsgründe der Artillerie", dass zu einer Armee von 40 Infanteriebataillonen ein Artilleriezug von ca. 5 km Länge gehören würde.

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Aktualisiert am
30.01.2016
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Artillerie Korps "Alte Kameraden"